Inuspherese
Gezielte Blutreinigung bei chronischen Belastungen
Das Wichtigste in Kürze
Die Inuspherese ist ein spezielles Verfahren zur Blutreinigung, bei dem bestimmte Entzündungsstoffe, Umweltgifte und Antikörper aus dem Blut entfernt werden können.
Dauer: ca. 2–3 Stunden
Behandlungsart: Ambulant
Start: Meist 2 Sitzungen
Kosten: ca. 2.900 € pro Behandlung
Inhaltsverzeichnis
Was ist die Inuspherese?
Die Inuspherese ist eine spezielle Form der Blutwäsche – diese Art von Verfahren kennt man beispielsweise von der Dialyse, welche bei schwer nierenkranken Patienten eingesetzt wird. Die Inuspherese unterstützt den Körper bei der Ausscheidung von schädlichen Substanzen.
Dazu nutzt sie den TKM-58-Filter, welcher Umweltgifte, Entzündungsmediatoren und fehlgebildete Antikörper, die vor allem bei Autoimmunerkrankungen auftreten, aus dem Blut filtern kann. Die Gründe, warum sich solche Substanzen im Körper anhäufen, können vielfältig sein und bedürfen einer individuellen und ursachenorientierten Diagnostik, die wir im Biologicum Hamburg durchführen.
Wie läuft die Behandlung ab?
Mögliche Anwendungsbereiche der Inuspherese
Neurodegenerative & neurologische Erkrankungen
Postinfektiöse Syndrome
Autoimmun- & immunvermittelte Erkrankungen
Herz- & Gefäßerkrankungen
Alzheimer, Demenz & kognitive Störungen
Neurodegenerative Erkrankungen sind häufig mit chronischen Entzündungsprozessen verbunden. Die Inuspherese kann unterstützend eingesetzt werden, um entzündliche und potenziell neurotoxische Substanzen im Blut zu reduzieren.
Morbus Parkinson
Bei Morbus Parkinson spielen systemische Entzündungsmechanismen eine begleitende Rolle. Die Inuspherese kann komplementär angewendet werden, um entzündungsassoziierte Belastungsfaktoren im Blut zu reduzieren.
Long-Covid / Post-Covid-Syndrom
Anhaltende Beschwerden nach einer COVID-19-Infektion sind oft mit chronischer Immunaktivierung verbunden. Ziel der Inuspherese ist die Reduktion persistierender Entzündungsmediatoren und zirkulierender Belastungsstoffe.
ME/CFS (Chronisches Fatigue-Syndrom)
ME/CFS ist durch ausgeprägte Erschöpfung und immunologische Dysregulation gekennzeichnet. Die Inuspherese kann begleitend eingesetzt werden, um entzündliche Signalstoffe im Blut zu reduzieren.
Chronische Borreliose / Post-Lyme-Syndrom
Persistierende Beschwerden nach Borrelieninfektion stehen häufig mit anhaltender Entzündungsaktivität in Verbindung. Die Inuspherese kann ergänzend zur schulmedizinischen Therapie eingesetzt werden.
Chronische Virusreaktivierungen (z. B. EBV, CMV)
Reaktivierte Virusinfektionen können mit chronischer Immunaktivierung einhergehen. Die Inuspherese kann unterstützend zur Reduktion immunologischer Belastungsfaktoren beitragen.
Neurodermitis & entzündliche Hauterkrankungen
Chronisch-entzündliche Hauterkrankungen wie Neurodermitis sind häufig mit systemischer Immunaktivierung verbunden. Die Inuspherese kann unterstützend zur Reduktion entzündlicher Substanzen im Blut eingesetzt werden.
Multiple Sklerose (MS)
MS ist eine autoimmun vermittelte Erkrankung des zentralen Nervensystems. Die Inuspherese kann begleitend zur Reduktion zirkulierender Autoantikörper und Entzündungsmediatoren eingesetzt werden.
Systemischer Lupus erythematodes (SLE)
Beim Lupus entstehen Immunkomplexe und Autoantikörper, die Organe schädigen können. Die Inuspherese kann unterstützend zur Entlastung des Immunsystems beitragen.
Rheumatoide Arthritis
Chronisch-entzündliche Gelenkerkrankungen sind durch erhöhte Entzündungsmarker gekennzeichnet. Die Inuspherese kann ergänzend eingesetzt werden, um entzündungsfördernde Substanzen zu reduzieren.
Hashimoto-Thyreoiditis
Bei autoimmunen Schilddrüsenerkrankungen finden sich erhöhte Autoantikörper im Blut. Die Inuspherese kann begleitend zur Reduktion immunologischer Belastungsfaktoren beitragen.
Arteriosklerose & Durchblutungsstörungen
Gefäßerkrankungen stehen häufig im Zusammenhang mit entzündlichen Prozessen und veränderten Bluteigenschaften. Die Inuspherese kann unterstützend zur Verbesserung der Mikrozirkulation eingesetzt werden.
Wissenschaftliche Studien zur Inuspherese
Die Inuspherese wurde in verschiedenen wissenschaftlichen Untersuchungen analysiert. Dabei wird unter anderem untersucht, in welchem Umfang bestimmte belastende Stoffe wie Umweltgifte, Entzündungsbotenstoffe oder fehlgeleitete Antikörper durch den Filtrationsprozess reduziert werden können.
Erste Studien und Analysen zeigen, dass durch die Behandlung bestimmte Schadstoffe und entzündungsfördernde Substanzen im Blut messbar verringert werden können. Diese Ergebnisse liefern wichtige Hinweise darauf, welche Rolle die Inuspherese im Rahmen individueller Therapiekonzepte spielen kann.
Da sich die Forschung in diesem Bereich kontinuierlich weiterentwickelt, wird die Datenlage laufend erweitert und ausgewertet. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse tragen dazu bei, die möglichen Einsatzgebiete der Behandlung besser zu verstehen
Reduktion von Umweltgiften
In einer Untersuchung wurde analysiert, wie sich verschiedene Umweltgifte im Blut nach einer Inuspherese-Behandlung verändern. Dabei konnten unter anderem Pestizide, chemische Rückstände und weitere Umweltbelastungen in reduzierter Konzentration nachgewiesen werden.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Filtrationsprozess bestimmte belastende Stoffe aus dem Blutplasma entfernen kann.
Veränderung von Entzündungsmarkern
Weitere Untersuchungen beschäftigen sich mit entzündungsfördernden Botenstoffen im Blut. Diese spielen bei vielen chronischen Erkrankungen eine wichtige Rolle.
Studien zeigen, dass sich einige dieser Marker nach der Behandlung verringern können, was auf eine mögliche Reduktion entzündlicher Prozesse hinweisen kann.
Untersuchungen zu Autoantikörpern
Ein weiterer Forschungsbereich beschäftigt sich mit fehlgeleiteten Antikörpern, die bei Autoimmunerkrankungen eine Rolle spielen können.
In wissenschaftlichen Analysen wird untersucht, in welchem Umfang solche Antikörper durch den Filtrationsprozess reduziert werden können.
Grafische Darstellung aus einer Studie
Die folgende Grafik zeigt beispielhaft Messergebnisse aus einer Studie, bei der verschiedene Schadstoffe im Filtrat der Inuspherese gemessen wurden.
Die roten Balken zeigen die gemessenen Konzentrationen nach der ersten Filtration, die blauen Balken nach der zweiten Filtration.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass während der Behandlung eine Vielzahl unterschiedlicher Umweltgifte und chemischer Substanzen im Filtrat nachgewiesen werden kann.
Weitere Studien?
Die hier gezeigten Ergebnisse stellen nur eine Auswahl wissenschaftlicher Untersuchungen dar.
Weitere Studien, Veröffentlichungen und Hintergrundinformationen haben wir in unserer Studiensammlung für Sie zusammengestellt.
Inuspherese vs. Hämoperfusion
Sowohl die Inuspherese als auch die Hämoperfusion gehören zu den sogenannten extrakorporalen Blutreinigungsverfahren. Das bedeutet, dass das Blut außerhalb des Körpers über ein spezielles Filtersystem geleitet wird, um bestimmte Stoffe daraus zu entfernen. Dennoch unterscheiden sich beide Verfahren deutlich in ihrer Funktionsweise und ihrem Einsatzgebiet.
Hämoperfusion
Bei der Hämoperfusion wird das Blut direkt durch eine spezielle Kartusche mit einem Adsorbermaterial geleitet. Dieses Material wirkt wie ein „Schwamm“, der bestimmte gelöste Stoffe aus dem Blut aufnehmen kann. Besonders häufig wird dieses Verfahren in der Akutmedizin eingesetzt, zum Beispiel bei schweren Entzündungsreaktionen, Vergiftungen oder intensivmedizinischen Situationen wie Sepsis.
Inuspherese (DFPP)
Bei der Inuspherese wird das Blut zunächst in seine Bestandteile getrennt. Dabei wird das Plasma – der flüssige Anteil des Blutes – von den Blutzellen getrennt und anschließend über einen speziellen Filter geleitet. In diesem zweiten Schritt können vor allem größere Moleküle wie bestimmte Antikörper, entzündungsfördernde Eiweiße, Blutfette oder Umweltgifte entfernt werden. Danach wird das gereinigte Plasma wieder mit den Blutzellen zusammengeführt und dem Körper zurückgegeben.
Der wichtigste Unterschied
Während die Hämoperfusion vor allem bei akuten Entzündungszuständen eingesetzt wird, wird die Inuspherese häufig im Rahmen individueller Therapiekonzepte bei chronischen Erkrankungen oder Belastungen angewendet. Durch die zweistufige Filtration können gezielt größere krankheitsrelevante Moleküle aus dem Plasma entfernt werden, während wichtige Bestandteile des Blutes weitgehend erhalten bleiben.
Welches Verfahren im Einzelfall sinnvoll ist, hängt immer von der zugrunde liegenden Erkrankung und den Stoffen ab, die gezielt aus dem Blut entfernt werden sollen.
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Was kostet eine Inuspherese?
Inuspherese-Zentren setzen für eine Therapie aktuell etwa 2900€ pro Behandlung an, abhängig von zusätzlich verabreichten individuellen Infusionen während der Inuspherese. Das Vorgespräch liegt in der Regel bei ca. 150 €.
Zu beachten:
Vor einer Inuspherese muss mindestens 24 Stunden vor Behandlung ein ärztliches Aufklärungsgespräch stattfinden. Dieses Vorgespräch kann mit jedem unserer Ärzte geführt werden und kann als Erstgespräch online gebucht werden. Wenn Sie eine weite Anreise haben kann dieses Gespräch auch telefonisch geführt werden. Anfangs werden in der Regel 2 Inuspheresen mit mindestens einem Tag Pause empfohlen.
Häufige Fragen zur Inuspherese
Wie lange dauert eine Behandlung?
Eine Inuspherese-Behandlung dauert in der Regel etwa 2 bis 3 Stunden. Während dieser Zeit wird das Blut mehrfach durch das Filtersystem geleitet.
Ist die Behandlung schmerzhaft?
Die meisten Patientinnen und Patienten empfinden die Behandlung als gut verträglich. Es werden lediglich venöse Zugänge gelegt, ähnlich wie bei einer Infusion oder Blutabnahme.
Wie viele Behandlungen sind notwendig?
Zu Beginn werden häufig zwei Behandlungen durchgeführt. Die weitere Anzahl richtet sich nach der individuellen medizinischen Situation und wird im ärztlichen Gespräch festgelegt.
Muss ich mich auf die Behandlung vorbereiten?
Vor der Behandlung findet ein ausführliches ärztliches Gespräch statt. Dabei werden der Gesundheitszustand, mögliche Voruntersuchungen sowie der genaue Ablauf der Therapie besprochen.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Die Inuspherese wird in der Regel nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen und erfolgt meist als Selbstzahlerleistung.


