Long-Covid / Post-Covid-Syndrom

Wenn eine Infektion nicht endet

Erkrankung und medizinischer Hintergrund

Viele Patientinnen und Patienten berichten auch Wochen oder Monate nach einer SARS-CoV-2-Infektion über anhaltende Beschwerden. Dazu gehören ausgeprägte Erschöpfung, Konzentrationsstörungen („Brain Fog“), Atemnot, Herz-Kreislauf-Probleme, Muskelschmerzen, Schlafstörungen oder vegetative Dysregulationen.

Bestehen diese Symptome länger als 12 Wochen und lassen sich nicht durch andere Ursachen erklären, spricht man vom Post-Covid-Syndrom. Long-Covid ist kein einheitliches Krankheitsbild, sondern ein komplexes Beschwerdemuster mit unterschiedlichen Ausprägungen.

Mögliche Mechanismen bei Long-Covid

Die Ursachen sind vielschichtig und noch nicht vollständig geklärt. Diskutiert werden unter anderem:

  • Anhaltende Immunaktivierung und Autoimmunprozesse

  • Chronische, niedriggradige Entzündung

  • Endothelschäden und Mikrozirkulationsstörungen

  • Veränderungen der Blutgerinnung (z. B. Mikrothromben)

  • Reaktivierung latenter Viren

  • Störungen des autonomen Nervensystems

Insbesondere die Beteiligung der Gefäßinnenwand (Endothel) und der Mikrozirkulation wird zunehmend als zentraler Faktor angesehen. Durch entzündliche Prozesse kann es zu einer veränderten Fließeigenschaft des Blutes und einer verminderten Sauerstoffversorgung im Gewebe kommen – was Symptome wie Erschöpfung oder kognitive Einschränkungen mit erklären kann.

Long-Covid wird daher heute als systemisches Geschehen verstanden, das weit über die Lunge hinausgeht.

Unser ganzheitlicher Ansatz

Im Biologicum betrachten wir Long-Covid im Kontext systemischer Belastungsfaktoren. Neben einer ausführlichen Anamnese analysieren wir unter anderem:

  • Entzündungsmarker

  • Immunologische Parameter

  • Gerinnungs- und Gefäßfaktoren

  • Stoffwechsel- und Mikronährstoffstatus

  • Mögliche Umweltbelastungen

Ziel ist es, individuelle Dysregulationen sichtbar zu machen und in ein abgestimmtes Therapiekonzept zu integrieren.

Behandlungszimmer Biologicum Hamburg Inuspherese

Die Rolle der Inuspherese bei Long-Covid

Eluat Vanessa

Die Inuspherese ist ein spezielles extrakorporales Blutfiltrationsverfahren. Dabei wird Blut außerhalb des Körpers über ein Filtersystem geleitet, das definierte Substanzen selektiv reduzieren kann.

Im Kontext von Long-Covid wird die Inuspherese unterstützend eingesetzt, um:

  • Entzündliche Mediatoren im Blut zu reduzieren

  • Immunologisch aktive Substanzen zu verringern

  • Potenziell belastende Faktoren der Gerinnung und Mikrozirkulation zu modulieren

  • Systemische Entzündungsprozesse zu entlasten

Da bei Long-Covid häufig eine anhaltende Immunaktivierung sowie Störungen der Gefäßfunktion beschrieben werden, zielt die Inuspherese darauf ab, diese systemischen Begleitprozesse zu beeinflussen.

Wichtig ist:
Die Inuspherese stellt keine spezifische oder ursächliche Therapie des Long-Covid-Syndroms dar. Sie wird im Biologicum als ergänzende Maßnahme innerhalb eines individuellen Gesamtkonzeptes eingesetzt. Die Entscheidung erfolgt nach sorgfältiger Diagnostik und ärztlicher Abwägung.

Das Video zeigt anhand eines Einzelfalls, wie sich ein Long-Covid-Syndrom mit ausgeprägter Erschöpfung und Atemnot entwickeln kann und welche Rolle immunologische und entzündliche Prozesse dabei diskutiert werden. Zudem wird dargestellt, wie die Inuspherese als ergänzende Maßnahme eingesetzt wurde und in welchem medizinischen Kontext die beobachtete Verbesserung der Leistungsfähigkeit einzuordnen ist.

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Referenzen und weiterführende Literatur: