Mikrozirkulation
Die Durchblutung der kleinsten Gefäße
Das Wichtigste in Kürze
Eine funktionierende Mikrozirkulation ist entscheidend für die Versorgung der Zellen und spielt eine wichtige Rolle bei Geweberegeneration, Immunabwehr und Stoffwechselprozessen.
Bedeutung: Versorgung der Zellen mit Sauerstoff und Nährstoffen
Ort: Kleinste Blutgefäße (Kapillaren)
Relevanz: Wichtig für Energieproduktion, Immunfunktion und Geweberegeneration
Untersuchung: Spezielle diagnostische Verfahren zur Beurteilung der Durchblutung
Inhaltsverzeichnis
Was ist die Mikrozirkulation?
Die Mikrozirkulation umfasst den Blutfluss durch die kleinsten Gefäße des Körpers. Diese Gefäße verbinden das arterielle mit dem venösen System und bringen das Blut in unmittelbare Nähe der Körperzellen.
Hier findet der entscheidende Austausch statt:
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Sauerstoff wird in das Gewebe abgegeben
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Nährstoffe werden zu den Zellen transportiert
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Stoffwechselprodukte werden abtransportiert
Ist dieser Austausch gestört, kann die Versorgung der Zellen beeinträchtigt sein.
Warum die Mikrozirkulation wichtig ist
Mikrozirkulation und chronische Erkrankungen
Welche Faktoren die Mikrozirkulation beeinflussen können
Entzündungsprozesse
Chronische Entzündungen können die Funktion der Gefäßwände beeinträchtigen und den Blutfluss in den kleinsten Gefäßen verändern.
Störungen der Blutgerinnung
Veränderungen der Gerinnungsprozesse oder der Fließeigenschaften des Blutes können dazu führen, dass das Blut weniger gut durch die kleinsten Gefäße fließt.
Gefäßfunktionsstörungen
Eine eingeschränkte Funktion des sogenannten Endothels (der inneren Gefäßwand) kann die Regulation der Gefäßweite und damit die Durchblutung der Kapillaren beeinflussen.
Umweltbelastungen und toxische Stoffe
Schwermetalle, Umweltgifte oder andere chemische Belastungen können in wissenschaftlichen Untersuchungen mit Veränderungen der Gefäßfunktion und der Mikrozirkulation in Verbindung gebracht werden.
Stoffwechselstörungen
Veränderungen im Energiestoffwechsel oder erhöhter oxidativer Stress können ebenfalls Auswirkungen auf die Mikrozirkulation haben.
Stress und vegetatives Nervensystem
Das vegetative Nervensystem steuert die Regulation der Gefäßweite. Dauerhafte Stressbelastung kann daher die Durchblutung der kleinsten Gefäße beeinflussen.
Diagnostik der Mikrozirkulation
Blutgerinnung und Fließeigenschaften
Ein wichtiger Marker zur Beurteilung der Gerinnungsaktivität sind D-Dimere. Dabei handelt es sich um Proteinfragmente, die entstehen, wenn der Körper Blutgerinnsel abbaut.
Klassischerweise werden D-Dimere zur Diagnostik von Thrombosen oder Embolien bestimmt. Leicht erhöhte Werte können jedoch auch Hinweise auf Veränderungen der Mikrozirkulation geben.
Sauerstoffversorgung der Zellen
Ein wichtiger Parameter für die Beurteilung der Gewebeversorgung ist Laktat im Kapillarblut.
Laktat entsteht, wenn Zellen Energie ohne ausreichende Sauerstoffversorgung produzieren müssen. Dieser sogenannte anaerobe Stoffwechsel tritt zum Beispiel bei körperlicher Belastung, aber auch bei einer Minderdurchblutung der Zellen auf.
Ein erhöhter Laktatwert kann daher Hinweise auf eine eingeschränkte Mikrozirkulation geben.
Gefäßfunktion und Durchblutung
Die Aminosäure Arginin spielt eine wichtige Rolle bei der Bildung von Stickstoffmonoxid (NO). Dieses Signalmolekül sorgt für die Entspannung der Gefäßmuskulatur und damit für eine Erweiterung der Blutgefäße.
Im Körper kann außerdem Citrullin zu Arginin umgewandelt werden und so die Produktion von Stickstoffmonoxid unterstützen. Beide Substanzen sind daher wichtige Faktoren für die Regulation der Gefäßfunktion und der Mikrozirkulation.
Entzündung, Zellschutz und Regulation
Auch verschiedene weitere Faktoren können die Mikrozirkulation beeinflussen.
Der Omega-3-Index gibt Auskunft über den Fettsäurestatus des Körpers und die Elastizität der Zellmembranen sowie der Gefäßwände. Besonders wichtig sind hierbei die Fettsäuren EPA und DHA, die auch entzündungshemmende Botenstoffe beeinflussen.
Darüber hinaus spielen Vitamine wie Vitamin D, C und E eine wichtige Rolle bei Entzündungsprozessen. Die Vitamine B6, B9 und B12 sind an der Regulation des Homocystein-Stoffwechsels beteiligt, der mit Gefäßgesundheit und kardiovaskulären Risiken in Verbindung gebracht wird.
Auch das vegetative Nervensystem kann Einfluss auf die Mikrozirkulation haben. Mithilfe der Herzratenvariabilitätsanalyse (HRV) lässt sich der Zustand des vegetativen Nervensystems beurteilen und mögliche Stressbelastungen erkennen.
Mögliche therapeutische Ansätze
Wenn Hinweise auf eine eingeschränkte Mikrozirkulation vorliegen, können verschiedene medizinische Maßnahmen eingesetzt werden, um die Durchblutung der kleinsten Gefäße zu unterstützen und mögliche Ursachen zu behandeln.
Im Biologicum kommen dabei – je nach individueller Situation – unter anderem folgende Ansätze in Betracht:
Inuspherese
Die Inuspherese ist ein spezielles Blutreinigungsverfahren, bei dem bestimmte belastende Stoffe aus dem Blut entfernt werden können. Dadurch können unter anderem Entzündungsprozesse oder Umweltbelastungen reduziert werden, die Einfluss auf die Mikrozirkulation haben können.
Intravenöse Sauerstofftherapie nach
Dr. Regelsberger
Medizinisch reiner Sauerstoff, der als winzig kleine Bläschen fein dosiert und venös verabreicht wird, reizt die Innenschicht der Blutgefäße und kann damit eine Kaskade von Botenstoffen auslösen, die zu einer Gefäßerweiterung im gesamten Körper führt.
Optimierung des Omega-3-Index
Omega-3-Fettsäuren spielen eine wichtige Rolle für die Elastizität von Zellmembranen und Blutgefäßen. Eine Optimierung des Omega-3-Index kann dazu beitragen, die Fließeigenschaften des Blutes zu verbessern.
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Häufige Fragen zur Mikrozirkulation
Warum ist die Mikrozirkulation wichtig für die Gesundheit?
Sie sorgt dafür, dass die Körperzellen mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden.
Kann eine gestörte Mikrozirkulation Beschwerden verursachen?
Eine eingeschränkte Durchblutung der kleinsten Gefäße kann die Versorgung von Geweben beeinflussen.
Wie kann die Mikrozirkulation untersucht werden?
Hierfür stehen verschiedene diagnostische Verfahren zur Verfügung, die den Blutfluss in den kleinsten Gefäßen analysieren können.


