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Post-Vac-Apherese

Langfristige Impfnebenwirkungen?

Langfristige Nebenwirkungen von Impfstoffen sind solche, die nicht unmittelbar nach der Impfung auftreten, sondern Wochen, Monate oder sogar Jahre später.

Beispiele für diskutierte, langfristige Nebenwirkungen umfassen bestimmte Autoimmunerkrankungen, chronische Erschöpfung, neurologische Störungen und chronische Schmerzzustände.

Diese Art von Nebenwirkungen ist selten und die kausale Verbindung zwischen der Impfung und dem späteren Gesundheitsproblem ist oft schwer nachzuweisen.

Deshalb ist die Datenlage in diesem Bereich wahrscheinlich lückenhaft und das Ausmaß dieser Lücken unbekannt.

Trotzdem gibt es Menschen, die nach einer Impfung eine Komplikation entwickeln und sich teils nur sehr schwer davon erholen können. Solche Patienten waren und sind in unserer Praxis vorstellig – und einige davon haben ihre Erfahrungen sachlich und neutral geteilt.

Patientenfälle zum Thema
Impfneben­wirkungen

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Die Krankheitsgeschichte der Patientin, ist beispielhaft für die komplexen Wege, die Patienten im Gesundheitssystem gehen können, insbesondere wenn sie mit multiplen, sich überschneidenden medizinischen Zuständen konfrontiert sind. Die Patientin hat seit ihrer Kindheit mit einer Vielzahl von gesundheitlichen Herausforderungen gelebt, darunter Allergien, Asthma, Neurodermitis und Nahrungsmittelallergien. Ihre medizinische Reise wird durch die Entwicklung weiterer schwerwiegender Zustände wie Sarkoidose, Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom (ME/CFS), und später Long-Covid, noch komplizierter.

Frühe Diagnosen und Symptomkomplexe

Schon in jungen Jahren war die Patientin aktiv und sportbegeistert, doch ihre gesundheitlichen Probleme begannen sich im Laufe der Zeit zu verschärfen. Im Jahr 2003 wurde bei ihr Sarkoidose diagnostiziert, eine Erkrankung, die bis 2017 eine kontinuierliche Kortisontherapie erforderlich machte. Diese Behandlung führte zu einer ausgeprägten Immunschwäche und einer Reihe von Infektionen, was schließlich zur Entwicklung von ME/CFS im Jahr 2005 führte.

Long-Covid

Die Situation verschärfte sich im März 2020, als die Patientin eine COVID-19-Infektion erlitt, die direkt in die klassischen Symptome eines Long-Covid-Syndroms überging. Dieser Zustand führte zu Kurzatmigkeit, extremer Erschöpfung und einer Vielzahl von neurologischen Symptomen, die ihr tägliches Leben erheblich beeinträchtigten.

Einfluss der Impfung

Eine weitere Wendung in ihrer Krankheitsgeschichte trat nach der Verabreichung einer COVID-19-Impfung auf. Innerhalb kürzester Zeit nach der Impfung entwickelte die Patientin neue Symptome, darunter Tinnitus, Gangunsicherheit, und erneute Herzprobleme. Diese neuen Beschwerden unterschieden sich von ihren bisherigen Long-Covid-Symptomen und schienen einen separaten Symptomkomplex darzustellen.

Therapieansätze und deren Wirksamkeit

Trotz zahlreicher Therapieversuche, darunter multimodale Komplextherapien, Akupunktur, Osteopathie und spezifische Ernährungsanpassungen, waren die Besserungen oft nur von kurzer Dauer. Die Patientin berichtet zudem über ihre positiven Erfahrungen mit der Inuspherese, die wir bei Patienten mit Long-Covid oder Post-Vac-Syndrom für einen denkbaren Therapieansatz halten.

Fortwährende Fragen und Unsicherheiten

Diese komplexe Krankheitsgeschichte wirft wichtige Fragen auf, insbesondere in Bezug auf die langfristigen Auswirkungen von COVID-19, die Wirksamkeit der Impfung bei vorbestehenden Bedingungen und die Herausforderungen bei der Behandlung von Patienten mit multiplen chronischen Erkrankungen. Die Erfahrungen der Patientin unterstreichen die Notwendigkeit einer individuellen und ganzheitlichen Herangehensweise in der medizinischen Betreuung.

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Eine Berliner Mutter und ehemalige Triathletin teilt ihre Gesundheitsreise, die von Spitzenfitness zu unerklärlichen medizinischen Herausforderungen und schließlich zu einem Pfad der Besserung führt. Ihre Geschichte ist eine Inspiration und ein Weckruf über die Komplexität der menschlichen Gesundheit und die Bedeutung von Forschung, Empathie und individuell angepassten Therapieansätzen.

Vorgeschichte und Krankheitsbeginn

Als passionierte Läuferin und Triathletin war Sport ein wesentlicher Bestandteil ihres Lebens. Doch nach der COVID-19-Impfung erlebte sie plötzlich Atemnot, extreme Erschöpfung und einen Hörsturz – Symptome, die ihr bisheriges Leben auf den Kopf stellten. Trotz umfangreicher Untersuchungen blieben ihre Beschwerden ein Rätsel, bis die Diagnose einer erworbenen Mitochondriopathie und weiterer ernster Gesundheitsprobleme eine gewisse Klarheit brachte.

Auf der Suche nach Lösungen

Die Patientin wandte sie sich der therapeutischen Apherese zu – einem Verfahren, das darauf abzielt, schädliche Substanzen aus dem Blut zu entfernen. Die ersten beiden Apherese-Behandlungen brachten signifikante Verbesserungen: Der Druck auf ihrem Herzen, die Atemnot und Kopfschmerzen ließen deutlich nach.

Doch die chronische Erschöpfung, eine zermürbende Fatigue, blieb bestehen und wurde nach einer Infektion sogar noch verstärkt.

Wendepunkt

Entschlossen, weitere Fortschritte zu erzielen, unterzog sie sich einer dritten Apherese und stellte anschließend ihre Ernährung auf eine strikte ketogene Diät um. Diese Umstellung führte zu einer drastischen Verbesserung ihres Erschöpfungszustands und ermöglichte es ihr, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen – ein bedeutender Schritt zurück in die Normalität.

Ketogene Ernährung

Die ketogene Diät, eine kohlenhydratarme und fettreiche Ernährungsweise, spielte eine entscheidende Rolle bei der Stabilisierung ihres Energielevels und der Reduzierung von Entzündungen. Durch die Minimierung der Aufnahme von Kohlenhydraten und Zucker konnte sie die Schwankungen ihres Blutzuckerspiegels kontrollieren und damit eine gleichmäßigere Energieversorgung erreichen. Dies erwies sich als besonders vorteilhaft bei der Bewältigung der chronischen Erschöpfung, die sie so stark belastet hatte.

Wie geht es weiter?

Diese eindrucksvolle Geschichte verdeutlicht die Wichtigkeit eines ganzheitlichen Ansatzes zur Gesundheitsförderung, der sowohl innovative medizinische Behandlungen als auch Ernährungsumstellungen umfasst. Ihre Erfahrungen bieten wertvolle Einblicke und betonen die Notwendigkeit einer fortgesetzten Forschung und eines breiteren Verständnisses der Auswirkungen von Impfungen und der Behandlung von Post-Vakzin-Syndromen.

Die Reise ist noch nicht abgeschlossen, aber die Fortschritte, die gemacht wurden, sind ein gutes Beispiel dafür, was möglich ist, wenn Patienten Zugang zu personalisierten Therapien haben und bereit sind, Änderungen in ihrem Lebensstil vorzunehmen, um ihre Gesundheit zu unterstützen.

Wissenschaftlicher Ansatz?

,,Vieles deutet darauf hin, dass zu den bereits bekannten unerwünschten Ereignissen nach einer COVID-19-Impfung auch ein Multisystemisches Entzündungssyndrom (MIS-C, auch bekannt als PIMS, Pediatric Inflammatory Multisystem Syndrome) und Long COVID zählen. Einige Experten sprechen von Post-Vac. Im Sicherheitsreport listet das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) einige sehr seltene unerwünschte Reaktionen, wie etwa Myokarditis und Perikarditis, das Guillain-Barré-Syndrom sowie dem Thrombose-mit-Thrombozytopenie-Syndrom.“ – Deutsches Ärzteblatt

„Wir erhalten seit Herbst 2021 Anfragen von Patienten mit neurologischen Manifestationen Post-Impfung, die wir aufgrund des hohen Andrangs auf einer Warteliste führen. Seit Januar 2022 sehen wir in unserer neurologischen Post-COVID-19-Sprechstunde systematisch diese Patienten mit neurologischen Beschwerden Post-SARS-CoV-2-Impfung“Dr. med. Christiana Franke von der Klinik für Neurologie der Berliner Charité, Auszug aus dem Deutschen Ärzteblatt.

Multisystemisches Entzündungssyndrom

,,Darüber hinaus waren sCRP und die proinflammatorischen Zytokine IL-1 beta und IL-6 nach der Apherese alle signifikant reduziert (33 %, 48 % und 64 %) (Abb. A ). Da nachweislich ein Zusammenhang zwischen oxidativem Stress und Long-Covid besteht, haben wir die Konzentration von H 2 O 2 im Blut gemessen und nach zwei Runden therapeutischer Apherese einen Rückgang um mehr als 90 % beobachtet (Abb. B).“www.doi.org/10.1038/s41380-023-02084-1

In dieser Studie wurden gezielt die Effekte der therapeutischen Apherese, auch Inuspherese genannt, bei Long-Covid-Patienten untersucht. Da laut dem aktuellen Konsens der Schulmedizin die krankmachenden Mechanismen von Long-Covid und Post-Vac-Syndrom sehr ähnlich zu sein scheinen, lässt sich daraus die Inuspherese als denkbares Therapiekonzept in beiden Fällen vermuten.

Autoantikörper als Faktor

In der Studie wurde außerdem untersucht, ob die anhaltende Müdigkeit, die einige Menschen nach einer COVID-19-Erkrankung erleben, mit erhöhten Werten von bestimmten Autoantikörpern gegen Neurotransmitterrezeptoren zusammenhängt. Bei diesen Autoantikörpern handelt es sich um Eiweiße im Blut, die fälschlicherweise körpereigene Zellen angreifen, in diesem Fall die Rezeptoren für bestimmte Botenstoffe im Nervensystem.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass nicht der Anstieg eines einzelnen Antikörpertyps, sondern vielmehr die Erhöhung von zwei oder drei verschiedenen Antikörpertypen mit den Müdigkeitssymptomen von Long-Covid in Verbindung stehen könnte.

In der Grafik lässt sich erkennen, dass direkt nach der Inuspherese die Konzentrationen von Autoantikörpern signifikant gesenkt werden konnten, obwohl die Inuspherese, im Gegensatz zur Immunadsorption, nicht auf das Filtern von Autoantikörpern spezialisiert ist.

Dennoch hat die Inuspherese die Kapazität, auch diese Last bei dem Patienten zu verringern. Da bei der Inuspherese zusätzlich viele weitere Faktoren, die typischerweise Erkrankungen fördern, gefiltert werden, erscheint sie als ganzheitlicher Ansatz sinnvoll.

Mikrozirkulation

Mikrozirkulationsstörungen, die aufgrund von Entzündungen und Gerinnungsvorgängen in den feinen Gefäßen auftreten, scheinen bei Long-Covid als auch dem Post-Vac-Syndrom ein großer Faktor zu sein.

In der Grafik ist das „Rouleaux-Phänomen“, auch Geldrollenphänomen genannt, zu sehen, bei dem sich die roten Blutkörperchen aneinander heften und so deutlich unflexibler werden.

„Rheologische Faktoren wie Fibrinogen und Homocystein wurden deutlich um 70 % bzw. 64 % reduziert (Abb. A ). Beide Faktoren erreichten Werte unterhalb des Referenzwertes. Dies wurde mikroskopisch bestätigt, da beobachtet werden konnte, dass sich bei einigen Patienten die Erythrozyten bei Long-Covid in dicht gepackten Zellstapeln zusammenballten und dreidimensionale Strukturen, sogenannte Rouleaux, bildeten (Abb. B). Darüber hinaus war das Blut durch Fibrinfasern und Sedimente gekennzeichnet (Abb. B). Nach der Apherese war die Rouleaux-Formation verschwunden und die Fibrinfasern waren verschwunden (Abb. B). – www.doi.org/10.1038/s41380-023-02084-1

Die Inuspherese als Post-Vac-Apherese

Die Inuspherese könnte ein vielversprechender Therapieansatz für das Post-Vac-Syndrom sein, basierend auf den bisherigen Erkenntnissen und dem Verständnis der Pathophysiologie dieser Erkrankung. Beim Post-Vac-Syndrom handelt es sich um eine Gruppe von Symptomen, die einige Personen nach einer Impfung entwickeln können, darunter Erschöpfung, Schmerzen und neurologische Beschwerden.

 

Rationale für den Einsatz der Inuspherese:

1. Entfernung von Autoantikörpern: Eine der Hauptfunktionen der therapeutischen Apherese ist die Entfernung von Autoantikörpern aus dem Blut. Wenn man bedenkt, dass beim Post-Vac-Syndrom eine fehlgeleitete Immunreaktion, möglicherweise durch die Bildung von Autoantikörpern gegen körpereigene Strukturen, als eine mögliche Ursache in Betracht gezogen wird, könnte die Entfernung dieser Autoantikörper helfen, die Symptome zu lindern.

2. Reduktion von Entzündungsmediatoren: Neben Autoantikörpern können durch die Apherese auch entzündungsfördernde Zytokine aus dem Blut entfernt werden. Diese Entzündungsmediatoren spielen eine zentrale Rolle bei der Entwicklung und Aufrechterhaltung von Entzündungsprozessen und können zu den Symptomen des Post-Vac-Syndroms beitragen.

3. Verbesserung der Mikrozirkulation: Die Inuspherese kann zur Verbesserung der Mikrozirkulation beitragen, indem die Viskosität des Plasmas reduziert wird. Dies könnte insbesondere bei Symptomen wie Erschöpfung und kognitiven Einschränkungen hilfreich sein, indem die Durchblutung und damit die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung des Gewebes verbessert wird.

4. Verringerung des Risikos für Herz-Kreislauferkrankungen: Durch die Entfernung von oxidiertem LDL-Cholesterin, das zur Atherosklerose beitragen kann, könnte die Inuspherese auch das Risiko für sekundäre Herz-Kreislauferkrankungen bei Patienten mit Post-Vac-Syndrom reduzieren.

Zudem stehen weitere Faktoren für erhöhte Entzündungsgeschehen nach einer Impfung im Raum, deren Wirkungen noch nicht abschließend geklärt sind – darunter Wirkverstärker und mögliche Verunreinigungen, die vereinzelt aufgrund der Herstellungsverfahren auftreten können. Möglicherweise ist die Inuspherese in der Lage, auch derartige Stoffe zu filtern – dazu wünschen wir uns allerdings noch eine bessere Datenlage.

Die Entscheidung für eine solche Therapie sollte auf einer gründlichen medizinischen Evaluation basieren, unter Berücksichtigung der spezifischen Symptome, des Gesundheitszustands und der individuellen Risikofaktoren des Patienten. Darüber hinaus sollte die Inuspherese als Teil eines umfassenden Behandlungsplans angesehen werden, der auch Ernährungsanpassungen, physikalische Therapien und psychologische Unterstützung umfassen kann, um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen.

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