Chelattherapie
Ausleitung von Schwermetallen
Das Wichtigste in Kürze
Die Chelattherapie ist ein medizinisches Verfahren, bei dem bestimmte Schwermetalle im Körper gebunden und über die Nieren ausgeschieden werden können
Behandlungsdauer: Etwa 60–90 Minuten
Therapieform: Infusion mit Chelatbildnern
Ziel der Behandlung: Bindung und Ausleitung bestimmter Schwermetalle
Behandlungsumfang: Individuell je nach Belastung und Diagnose
Inhaltsverzeichnis
Was ist die Chelattherapie?
Die Chelattherapie ist ein Verfahren, bei dem bestimmte chemische Verbindungen – sogenannte Chelatbildner – verwendet werden, um Metalle im Körper zu binden.
Diese Chelatbildner können sich mit Metallen wie beispielsweise Blei, Quecksilber oder Cadmium verbinden. Die gebundenen Metalle werden anschließend über die Nieren ausgeschieden.
Die Therapie wird seit vielen Jahren in der Medizin eingesetzt, insbesondere bei nachgewiesenen Schwermetallbelastungen.
Schwermetalle und ihre Bedeutung für den Körper
Wie funktioniert die Chelattherapie?
Mögliche Anwendungsbereiche der Chelattherapie
Nachgewiesene Belastungen mit Schwermetallen wie Blei, Quecksilber, Cadmium oder Arsen.
Umweltmedizinische Belastungen durch toxische Metalle.
Chronische Entzündungsprozesse, bei denen Umweltgifte eine Rolle spielen können.
Stoffwechselstörungen, bei denen Schwermetalle als möglicher Einflussfaktor diskutiert werden.
Wissenschaftliche Hintergründe und Studien
In der wissenschaftlichen Forschung wird zunehmend untersucht, welche Rolle Umweltgifte und Schwermetalle bei verschiedenen chronischen Erkrankungen spielen können. Dabei stehen unter anderem Gefäßerkrankungen und Stoffwechselstörungen im Fokus der Forschung.
Im Folgenden finden Sie zwei Beispiele aus wissenschaftlichen Untersuchungen.
Arteriosklerose und Gefäßerkrankungen
In verschiedenen Studien wird untersucht, ob toxische Metalle an Prozessen beteiligt sein können, die zur Entstehung von Gefäßverkalkungen (Arteriosklerose) beitragen. Schwermetalle können beispielsweise oxidativen Stress und Entzündungsreaktionen beeinflussen, die eine Rolle bei Gefäßveränderungen spielen.
In der sogenannten TACT-Studie (Trial to Assess Chelation Therapy) wurde untersucht, ob eine Chelattherapie bei Patientinnen und Patienten nach einem Herzinfarkt einen Einfluss auf kardiovaskuläre Ereignisse haben kann. Dabei fanden sich Hinweise darauf, dass bei bestimmten Patientengruppen – insbesondere bei Menschen mit Diabetes – eine geringere Rate kardiovaskulärer Ereignisse beobachtet wurde. Die Ergebnisse werden weiterhin wissenschaftlich untersucht und diskutiert.
Diabetes und Stoffwechselerkrankungen
Ein weiterer Forschungsbereich beschäftigt sich mit der möglichen Rolle von Umweltgiften und Schwermetallen bei Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes.
Beispielsweise wurde in wissenschaftlichen Untersuchungen das Metall Arsen mit Veränderungen im Glukosestoffwechsel und einem erhöhten Risiko für Diabetes in Verbindung gebracht. In diesem Zusammenhang wird auch untersucht, ob Umweltbelastungen langfristig Stoffwechselprozesse beeinflussen können.
Die genauen Zusammenhänge werden weiterhin wissenschaftlich erforscht.
Weitere Studien?
Die hier gezeigten Ergebnisse stellen nur eine Auswahl wissenschaftlicher Untersuchungen dar.
Weitere Studien, Veröffentlichungen und Hintergrundinformationen haben wir in unserer Studiensammlung für Sie zusammengestellt.
Häufige Fragen zur Chelattherapie
Ist die Chelattherapie sicher?
Die Chelattherapie ist ein medizinisches Verfahren, das seit vielen Jahren insbesondere zur Behandlung von Schwermetallvergiftungen eingesetzt wird. Die Behandlung sollte immer unter ärztlicher Aufsicht und nach entsprechender Diagnostik erfolgen.
Wie lange dauert eine Behandlung?
Eine Chelattherapie erfolgt in der Regel über eine Infusion, die meist etwa 60 bis 90 Minuten dauert.
Wie viele Behandlungen sind notwendig?
Die Anzahl der Sitzungen richtet sich nach der individuellen Belastung mit Schwermetallen sowie dem jeweiligen therapeutischen Ziel. Dies wird im Rahmen eines ärztlichen Gesprächs festgelegt.
Welche Metalle können mit der Chelattherapie behandelt werden?
Chelatbildner können sich unter anderem mit Metallen wie Blei, Quecksilber, Cadmium oder Arsen verbinden. Die gebundenen Metalle können anschließend über den Stoffwechsel ausgeschieden werden.
Wann ist eine Chelattherapie sinnvoll?
Eine Chelattherapie wird vor allem dann in Betracht gezogen, wenn eine erhöhte Belastung mit Schwermetallen festgestellt wurde. Ob eine Behandlung sinnvoll ist, wird immer individuell durch eine ärztliche Untersuchung entschieden.


