Neuroborreliose mit Sehnervbeteiligung
In diesem Patientenfall berichten wir – mit freundlicher Genehmigung der Betroffenen – von einer schweren Form der Neuroborreliose, die über viele Jahre hinweg zu massiven Einschränkungen führte. Die Patientin, eine zuvor gesunde Opernsängerin und Synchronsprecherin, wurde 2001 während eines Aufenthalts in Australien von über 50 Zecken gestochen. Bereits kurz danach traten grippeähnliche Beschwerden, chronische Migräne und Erschöpfung auf. Die Ursache blieb jedoch trotz mehrfacher ärztlicher Abklärung zunächst ungeklärt.
Später kam es zu auffälligen neurologischen Symptomen wie Sprachstörungen, Gesichtsschmerzen beim Lachen und Sprechen sowie einer akuten Augenmuskellähmung mit Doppelbildern. Die Diagnose lautete schließlich: Neuroborreliose mit Beteiligung des Hirnstamms und der Sehnerven – ein besonders seltener und belastender Verlauf. In den folgenden fast zwei Jahrzehnten erhielt die Patientin regelmäßig symptomorientierte Behandlungen, darunter intravitreale Injektionen zur Augenentlastung. Doch die Rückfälle blieben, das Sehvermögen verschlechterte sich zunehmend.
Therapiewechsel mit überraschender Wirkung
Erst ein Wechsel des therapeutischen Ansatzes im Jahr 2022 brachte eine spürbare Wende. Die Patientin wurde in das Biologicum Hamburg überwiesen, wo unter ärztlicher Leitung eine ursachenorientierte Behandlung begann. Dazu gehörten unter anderem gezielte Antibiotikatherapien, Apheresen (Blutreinigungsverfahren), Infusionen und eine ergänzende Chelattherapie zur Ausleitung möglicher Schadstoffbelastungen. Bereits nach wenigen Sitzungen berichtete die Patientin über Veränderungen in ihrer Wahrnehmung – insbesondere eine gesteigerte Licht- und Farbempfindlichkeit.
Im weiteren Verlauf erholte sich das Sehvermögen deutlich: von anfangs nur 4 % auf zwischenzeitlich bis zu 100 %. Auch die Farbwahrnehmung kehrte zurück, und laut Augenarzt regenerierte sich der geschädigte Sehnerv vollständig. Die Patientin selbst beschreibt die Kombination aus Apherese und antibiotischer Behandlung als zentral für die positive Entwicklung.
Dieser Fall steht exemplarisch für die Komplexität und Vielfalt möglicher Borrelioseverläufe. Er zeigt, dass auch nach langjähriger Erkrankung durch interdisziplinäre Diagnostik und gezielte Therapie noch unerwartete Fortschritte möglich sein können – ohne dass daraus jedoch pauschale Aussagen für andere Fälle abgeleitet werden sollten.
Borreliose und Neuroborreliose: Ein Überblick
Die Borreliose ist eine durch Zecken übertragene Infektionskrankheit, die in Deutschland vor allem von der Schildzecke (Ixodes ricinus) übertragen wird. Verursacht wird sie durch Bakterien der Gattung Borrelia, insbesondere Borrelia burgdorferi. Die Erkrankung kann unterschiedliche Organsysteme betreffen – am häufigsten Haut, Gelenke, Nervensystem und seltener das Herz. Typisch ist zunächst die sogenannte Wanderröte (Erythema migrans), doch viele Infizierte entwickeln keine klassischen Frühzeichen.
Kommt es zu einer Beteiligung des Nervensystems, spricht man von einer Neuroborreliose. Diese Form tritt bei etwa 3–15 % der unbehandelten Infektionen auf und kann sowohl im Früh- als auch im Spätstadium auftreten. Häufige Symptome sind Nervenwurzelreizungen (Radikulitis), Gesichtslähmungen (Fazialisparese), Meningitis sowie kognitive oder psychiatrisch anmutende Beschwerden. In seltenen Fällen – wie im vorliegenden Patientenfall – sind auch Hirnnerven oder der Sehnerv betroffen, was zu Sehstörungen oder sogar zu einer Erblindung führen kann.
Die Diagnostik ist oft komplex, da typische Blutwerte unauffällig sein können und neurologische Symptome unspezifisch sind. Deshalb wird die Neuroborreliose nicht selten erst spät erkannt. Eine gezielte antibiotische Therapie ist Standard, bei chronischen oder komplexen Verläufen können auch weiterführende Therapiekonzepte zum Einsatz kommen.
Die Rolle der Inuspherese in der Behandlung
Die Inuspherese ist ein spezialisiertes Blutreinigungsverfahren, das entwickelt wurde, um schädliche Stoffwechselprodukte, Entzündungsmediatoren und Umweltgifte aus dem Blutplasma zu entfernen. Sie kommt insbesondere bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen, Autoimmunprozessen und bestimmten Verlaufsformen von ME/CFS, Long Covid – und auch Borreliose – zum Einsatz. Anders als herkömmliche Therapien zielt die Inuspherese nicht primär auf die Bekämpfung einzelner Krankheitserreger, sondern auf die Entlastung des Immunsystems und die Reduktion systemischer Entzündungen.
Im vorgestellten Patientenfall spielte die Inuspherese eine zentrale Rolle: Nach nur wenigen Sitzungen berichtete die Patientin über eine spürbare Veränderung ihrer Wahrnehmung – Farben erschienen intensiver, das Sehvermögen besserte sich, und neurologische Symptome klangen ab. In Kombination mit einer antibiotischen Therapie und begleitenden Maßnahmen wie Infusionen und Chelattherapie, ermöglichte die Inuspherese einen deutlichen Fortschritt im Behandlungsverlauf.
Es handelt sich dabei jedoch um ein individuelles Ergebnis, das nicht pauschal auf andere Fälle übertragbar ist.
Patientenfall auf YouTube
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Detaillierter Patientenfall
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