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Krebs

In Verbindung mit Umweltgiften

Umweltgifte und ihre Verbindung zu Krebserkrankungen sind ein ernstzunehmendes Thema in der medizinischen Forschung. Studien und Berichte von Organisationen wie dem National Cancer Institute (NCI) und der International Agency for Research on Cancer (IARC) haben eine Vielzahl von Substanzen identifiziert, die potenziell krebserregend sind. Diese Substanzen finden sich in der Luft, im Wasser und in unseren Lebensmitteln.

Der National Toxicology Program (NTP) veröffentlicht regelmäßig Berichte, in denen er Stoffe aufführt, die als krebserregend gelten oder im Verdacht stehen, es zu sein. Der jüngste Bericht von 2021 enthält 63 bekannte Karzinogene. Nicht jede Exposition führt zwangsläufig zu Krebs, aber die Menge, Dauer der Exposition und genetische Veranlagung spielen dabei eine Rolle.

Mikroplastik und Weichmacher:

Mikroplastik ist allgegenwärtig und wurde bereits in menschlichen Organen wie der Lunge und Plazenta nachgewiesen. Es kann Entzündungen, Organschäden und Störungen des Hormonsystems verursachen. Besonders Phthalate, die oft in Mikroplastik enthalten sind, wirken wie Hormone und erhöhen das Risiko für Brust- und andere hormonabhängige Krebsarten. Andere Chemikalien wie BPA oder PFAS können als endokrine Disruptoren wirken und Hormone imitieren, was zu hormonellen Ungleichgewichten führen kann. Forscher vermuten, dass Mikroplastik die Wirkung anderer Umweltgifte wie Cadmium verstärken kann, was das Krebsrisiko weiter erhöht. Studien zu den genauen Mechanismen laufen noch.

Schwermetalle:

Forschungen haben gezeigt, dass die Exposition gegenüber Schwermetallen wie Arsen, Cadmium und Blei ein signifikantes Krebsrisiko darstellt. Arsen, das natürlicherweise in Böden vorkommt und oft in Reis, Weizen und Blattgemüse gefunden wird, wird mit Haut-, Blasen-, Lungen-, Nieren- und Leberkrebs in Verbindung gebracht. Es verursacht auch nicht-krebsartige Risiken wie Hautläsionen und kardiovaskuläre Erkrankungen​.

Cadmium, das in Nüssen, Kartoffeln, Samen, Getreide und Tabakrauch vorhanden ist, zeigt ein moderates bis hohes Risiko für Prostata-, Nieren-, Blasen-, Brust-, Pankreas- und Endometriumkrebs. Studien haben auch festgestellt, dass Cadmium insbesondere in Babykost vorhanden ist, was zu einer hohen Belastung bei Babys und Kleinkindern führt​.

Eine weitere Studie hat die Exposition gegenüber Schwermetallen im Haushaltsstaub in urbanen und ländlichen Gebieten untersucht und festgestellt, dass die Krebsrisiken durch Arsen höher in ländlichen Gebieten durch Verschlucken waren, während Chrom und Nickel in städtischen Gebieten höhere Risiken durch Einatmen und Verschlucken zeigten. Diese Forschung schätzt, dass etwa 5 von 10.000 Erwachsenen und 9 von 10.000 Kindern in ihrem Leben Krebs durch Exposition gegenüber Innenraumschwermetallen entwickeln könnten​.

Pestizide:

Pestizide wurden mit verschiedenen Krebsarten wie Non-Hodgkin-Lymphom, Leukämie, Prostatakrebs und Nierenzellkarzinom in Verbindung gebracht. Die Agricultural Health Study fand heraus, dass eine langfristige Exposition gegenüber bestimmten Pestiziden, darunter Atrazin, Cyanazin, Paraquat und Chlorpyrifos, das Risiko für Nierenzellkarzinom erhöht. Außerdem können Pestizide, die als endokrine Disruptoren wirken, das Risiko für hormonabhängige Krebsarten wie Brust- und Schilddrüsenkrebs beeinflussen.

Aluminium:

Die Forschung zu Aluminium und Krebs, insbesondere Brustkrebs, liefert gemischte Ergebnisse. Einige Studien deuten darauf hin, dass Aluminium, das in alltäglichen Produkten wie Deodorants und Antitranspiranten enthalten ist, die Mobilität und Invasivität von Brustkrebszellen erhöhen kann. Langzeitexposition gegenüber Aluminiumsalzen zeigte in experimentellen Settings eine erhöhte Beweglichkeit und Invasivität von Brustkrebszellen (ER+/PR+ MCF-7).

Asbest:

Asbest ist weithin als krebserregend anerkannt und steht in engem Zusammenhang mit mehreren Krebsarten wie Mesotheliom, Lungen-, Kehlkopf- und Eierstockkrebs. Inhalierte Asbestfasern bleiben oft in der Lunge oder im Bauchraum, verursachen Entzündungen und führen über Jahre zu genetischen Schäden, die Krebs auslösen können.

Weitere Umweltgifte:

  • Formaldehyd: In Möbeln, Textilien und Bauprodukten enthalten. Es erhöht das Risiko für Nasopharynxkrebs und Leukämie.
  • Polychlorierte Biphenyle (PCB): Ehemals in industriellen Anwendungen genutzt und immer noch in der Umwelt vorhanden. PCB wird mit Leber- und Hautkrebs in Verbindung gebracht.
  • Dioxine: Nebenprodukte industrieller Prozesse und der Müllverbrennung. Dioxine erhöhen das Risiko für Leber- und Lungenkrebs sowie Non-Hodgkin-Lymphom.
  • Benzol: In chemischen Prozessen genutzt und im Zigarettenrauch vorhanden. Benzol erhöht das Risiko für Leukämie und andere Blutkrebsarten.
  • Radon: Ein radioaktives Gas, das in Häusern vorkommt. Es ist die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs.

Die Exposition gegenüber diesen Umweltgiften variiert je nach Lebensstil, Beruf und Wohnumgebung. Die Prävention umfasst Schutzmaßnahmen, eine Minimierung der Exposition und regelmäßige Gesundheitsuntersuchungen, insbesondere für Risikogruppen.

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