Hormone steuern nahezu alle grundlegenden Prozesse unseres Körpers – vom Schlaf über den Stoffwechsel bis hin zu Stimmung, Leistungsfähigkeit und Sexualfunktion. Gerät dieses fein abgestimmte System aus dem Gleichgewicht, spüren wir das oft deutlich, manchmal lange bevor Laborwerte eine klare Diagnose abbilden.
Die bioidentische Hormontherapie (BHT) verfolgt einen modernen und körpernahen Ansatz: Sie nutzt Hormone, die molekular exakt den körpereigenen entsprechen und ermöglicht dadurch eine individuell abgestimmte, gut etablierte und häufig besonders verträgliche Therapieform. Im Biologicum wird BHT nicht isoliert betrachtet, sondern als Teil eines ganzheitlichen, präventiven und diagnostisch fundierten Behandlungskonzeptes.
Anwendungsgebiete & Zielgruppen der bioidentischen Hormontherapie
1. Frauen in der hormonellen Umstellungsphase (Perimenopause & Menopause)
Hauptzielgruppe: 40+
Die Phase vor und während der Wechseljahre ist keine Krankheit – aber für viele Frauen eine Zeit spürbarer Belastung. Schwankende und später sinkende Hormonspiegel können Beschwerden auslösen wie:
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Hitzewallungen & nächtliche Schweißausbrüche
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Schlafstörungen, innere Unruhe
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Stimmungsschwankungen oder gedrückte Stimmung
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Vaginale Trockenheit & nachlassende Libido
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Konzentrationsprobleme („Brain Fog“)
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Veränderungen von Haut, Haaren und Körperkomposition (Muskelabbau, Fettzunahme)
Zum Einsatz kommen häufig Östradiol und Progesteron, bei Bedarf ergänzt durch Testosteron – stets individuell dosiert und ärztlich begleitet.
2. Zyklusbezogene Beschwerden, PMS & hormonelle Dysbalancen
Zielgruppe: Frauen jeden Alters
Nicht nur in den Wechseljahren spielen Hormone eine Rolle. Auch jüngere Frauen profitieren häufig von BHT, vor allem bei:
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unregelmäßigen oder sehr starken Zyklen
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Schmerzen oder Migräne in der 2. Zyklushälfte
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Brustspannen, Wassereinlagerungen
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emotionaler Belastung vor der Periode
Hier wird besonders oft bioidentisches Progesteron eingesetzt, um die Lutealphase gezielt zu unterstützen.
3. Hormonmangel beim Mann (Testosteron- und DHEA-Rückgang)
Zielgruppe: 45+
Auch Männer erleben eine hormonelle Veränderungsphase („Andropause“). Typische Symptome können sein:
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chronische Erschöpfung, Leistungsabfall
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verminderte Libido, Potenzprobleme
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Muskelabbau, erhöhte Fettmasse
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Schlafprobleme, Stimmungstiefs
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nachlassender Antrieb
Eine Optimierung des Hormonspiegels mit bioidentischem Testosteron oder DHEA kann hier sinnvoll sein – immer basierend auf Diagnostik und regelmäßiger Verlaufskontrolle.
4. Stress-Folgen, Schlafprobleme & Überlastung der Hormonachsen
Zielgruppe: Menschen mit chronischer Stressbelastung
Chronischer Stress beeinflusst Cortisol, DHEA, Schilddrüsen- und Sexualhormone. BHT kann – je nach Befund – Teil eines Behandlungskonzeptes sein, um:
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Regeneration und Schlaf zu verbessern
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die Stressachse zu entlasten
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den Tag-Nacht-Rhythmus zu stabilisieren
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Erschöpfungsfolgen abzufedern
Ergänzend werden im Biologicum oft Schlaf- und Regenerationskonzepte, Ernährungs- und Mikronährstoff-Strategien sowie Stoffwechsel-Optimierung eingesetzt.
Vorteile der bioidentischen Hormontherapie aus ganzheitlicher Sicht
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Körperidentische Molekularstruktur ermöglicht häufig bessere Verträglichkeit
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Fein dosierbar und individuell anpassbar
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Unterstützt gezielt dort, wo der Körper Hormondefizite oder starke Schwankungen zeigt
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Wirkt besonders stark im Verbund mit Lebensstil-, Stoffwechsel- und Mikronährstoff-Medizin
BHT ist im Biologicum kein isolierter Standard, sondern ein Baustein eines maßgeschneiderten, regulativen und präventiven Gesamtkonzeptes.
Grenzen & wichtige Hinweise
BHT ersetzt keine medizinische Diagnostik und sollte niemals ohne fachärztliche Begleitung erfolgen. Eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung ist besonders wichtig bei:
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bestehenden Gefäßerkrankungen
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hormonabhängigen Tumorerkrankungen in der Vorgeschichte
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Gerinnungsstörungen
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unklaren Beschwerden ohne diagnostische Abklärung
Ergänzende Therapie-Bausteine im Biologicum
Im Biologicum wird die bioidentische Hormontherapie durch gezielte Begleitmaßnahmen unterstützt:
- Erweiterte Labor- und Stoffwechsel-Diagnostik
(Erkennen hormonrelevanter Belastungen und Dysbalancen) - Mikronährstoff-Therapie
(Optimierung von Vitaminen, Mineralstoffen und Fettsäuren für Hormonstoffwechsel & Energie) - Mikrobiom-Analyse & Darmregulation
(Darmflora als wichtiger Faktor der hormonellen Balance) - Mikroimmuntherapie
(Sanfte Regulation des Immunsystems, z. B. bei chronischen Entzündungs- oder Stressmustern) - Umweltmedizinische Diagnostik & Entgiftungsverfahren
(z. B. Apherese/Inuspherese bei Schadstoff- oder Schwermetallbelastung)
Ziel: Hormonbalance nicht isoliert, sondern eingebettet in ein individuelles, ursachenorientiertes Gesamtkonzept zu begleiten.