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Immunadsorption

Was versteht man unter Immunadsorption?

 

Immunadsorption ist ein Verfahren, das zur Entfernung bestimmter schädlicher Substanzen aus dem Blutkreislauf eines Patienten verwendet wird. Dabei wird das Blut des Patienten durch eine Säule geleitet, die spezielle Adsorbermaterialien enthält.

Immunadsorption wird häufig als Therapieoption bei Autoimmunerkrankungen, wie zum Beispiel Multiple Sklerose oder rheumatoider Arthritis, eingesetzt. Es kann auch zur Behandlung von bestimmten neurologischen Erkrankungen und anderen Störungen des Immunsystems verwendet werden.

Wie funktioniert die Immunadsorption?

Bei der Immunadsorption, einem Verfahren zur Entfernung von unerwünschten Antikörpern aus dem Blut, wird dem Patienten zuerst ein Gefäßzugang gelegt. Über ein Pumpsystem wird das Blut aus dem Körper geleitet und in eine spezialisierte Apparatur überführt.

In diesem Gerät erfolgt die Trennung des Blutes in seine Bestandteile: die Blutzellen und das Plasma. Das Plasma, welches die flüssige Komponente des Blutes ist, wird dann spezifisch von Antikörpern gereinigt. Nach der Entfernung der Antikörper wird das gereinigte Plasma erneut mit den Blutzellen kombiniert. Diese Mischung wird dem Patienten über den zuvor eingerichteten, zweiten Gefäßzugang, zurückgeführt.

Die Immunadsorption ist besonders nützlich in der Behandlung von Autoimmunerkrankungen, bei denen das Immunsystem körpereigene Strukturen angreift, sowie bei anderen Zuständen, die durch pathogene Antikörper verursacht werden. Das Verfahren bietet eine gezielte Methode, um pathogene Immunkomplexe zu entfernen, ohne dabei wesentliche Proteine oder andere Blutbestandteile zu beeinträchtigen.

 

Entfernen von autoimmunen Antikörpern

Diese Studie stellt die Ergebnisse dar, die die Wirksamkeit der Immunadsorption (IA) bei der Verbesserung der Funktionsfähigkeit von Patienten mit ME/CFS nach COVID-19 untersucht.

Die Ergebnisse zeigen Veränderungen der Immunantwort vor und nach einer IA. Es misst die Level von Immunglobulinen (IgG, IgA, IgM) und Autoantikörpern gegen den Beta-2-Adrenorezeptor (ADRB2 AAB).

Die Messungen erfolgten vor der IA, am Morgen vor der fünften IA und vier Wochen nach IA.

Ein Rückgang der Antikörperspiegel nach der Therapie, vor allem am Tag vor der fünften IA, könnte darauf hinweisen, dass die IA wirksam immunologische Marker reduziert, was auf eine abnehmende pathologische Immunantwort hindeuten könnte.

Verbesserung der Symptomatiken

Die Ergebnisse veranschaulichen den Symptomverlauf bei Patienten über mehrere Monate hinweg, beginnend mit der Baseline vor der Immunadsorption (IA) sowie in den darauffolgenden Monaten M1, M2 und M3.

Die erfassten Symptome umfassen Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, kognitive Leistungen und Immunfunktion, wobei höhere Werte auf stärkere Beschwerden hindeuten.

Es ist zu beobachten, dass die Symptom-Scores unmittelbar vor der IA am ausgeprägtesten sind. In den Folgemonaten nach der IA zeigt sich ein Trend zur Verbesserung, mit einer Abnahme der Symptomausprägung, besonders bei den Immunwerten, wo ein signifikanter Rückgang nach der Behandlung festzustellen ist.

Steigerung der physischen Funktion

Die Ergebnisse verdeutlichen eine signifikante Verbesserung der physischen Funktion der Patienten nach der Immunadsorption (IA).

Vor der IA zeigten die Werte für die körperliche Funktion ein niedriges Niveau, was auf eine eingeschränkte Gesundheit hindeutete.

In den Monaten (M1, M2, M3) nach der IA verbesserte sich diese Funktion jedoch merklich. Ein höherer Score spiegelt nun eine bessere Gesundheit der Patienten wider.

 

Weitere Studien

Auch andere Studien kommen zu ähnlichen Ergebnissen.

Immunadsorption und Apherese – Was ist der Unterschied?

Der Begriff „Apherese“ beschreibt das Verfahren der Blutwäsche im Allgemeinen.

Durch die Immunadsorption werden Autoantikörper schnell und effizient aus dem Blutkreislauf des Patienten entfernt, was eine selektive Absenkung der IgG- und IgM-Antikörperkonzentration ermöglicht.

Die Inuspherese hingegen entfernt nicht nur IgG-Antikörper, sondern auch fehlgebildete autoimmune Antikörper, Umweltgifte und Entzündungsmediatoren. Daher hat die Apherese ein breiteres Anwendungsspektrum als die Immunadsorption.

Es gibt noch weitere Varianten der Apherese:

          • Inuspherese zur Filterung von Umweltgiften, Entzündungsmediatoren und fehlgebildeten Antikörpern
          • Lipidapherese zur Filterung von Blutfetten
          • CRP-Apherese für die gezielte Bindung von Entzündungsmarkern
          • Weitere hochspezialisierte Verfahren.

            Alle Aphereseformen haben gewisse Stärken und Schwächen und sollten für den Patienten individuell geprüft und gewählt werden. Die vorausgehende, ursachenorientierte Diagnostik ist dafür sehr wichtig.

Ist eine Blutwäsche schmerzhaft?

Die Immunadsorption ist in der Regel nicht schmerzhaft, da sie ähnlich wie eine Blutspende durchgeführt wird.

Der Patient spürt lediglich den Einstich der Nadel zur Blutentnahme. Während des eigentlichen Verfahrens sollte der Patient keine Schmerzen empfinden, da das Blut außerhalb des Körpers durch das Filtersystem geleitet wird.

Es kann jedoch sein, dass einige Patienten leichte Unannehmlichkeiten oder Druckempfindungen an der Einstichstelle verspüren. Insgesamt wird die Immunadsorption jedoch als gut verträglich angesehen.

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